STEP-Graph: ein Editor mit Grafik-Unterstützung

Die tatsächlich zur Laufzeit eines Kernkraftwerkes ablaufenden physikalischen Prozesse sind derart komplex, daß sie sich einer direkten Auswertung entziehen. Statt des tatsächlichen Prozesses wertet man deswegen ein a priori von Ingenieuren erstelltes und dann schrittweise verfeinertes Datenmodell aus.

Diese von Ingenieuren erstellten Ursachen-Folgendiagramme müssen zur Weiterverarbeitung in eine Textform gebracht werden. Dieser Quelltext muß dabei einer komplexen und sehr ungewohnten Grammatik genügen. Deswegen ist dieser Übersetzungsvorgang ebenso mühselig wie fehlerträchtig. Ein endloser Kreislauf editieren - übersetzen - Fehler anschauen.

Als erstes wurde deswegen ein syntaxgesteuerter Editor geschrieben, der bei seinem Start die Grammatik einliest und dann in einem Fenster den bisher bearbeiteten Quelltext und in einem anderen Fenster die an dieser Stelle möglichen Terminalsymbole anzeigt (siehe Screenshot). Man findet sich so viel leichter zurecht. Wenn man den Cursor bis an das Ende des Textes bewegen kann, so ist der Text bis dahin syntaktisch korrekt. Wenn auch noch ein bestimmtes Ende-Symbol hier möglich ist, dann ist der Text obendrein vollständig.

Damit ist das Problem der syntaktischen Korrektheit gelöst. Aber damit ist noch nicht sicher gestellt, daß das Diagramm korrekt übertragen wurde. Deswegen habe ich die Grammatik mit besonderen Regeln versehen, die es beim Editieren des Textes ermöglichen, parallel dazu auf einem Grafikbildschirm das Diagramm mit aufzubauen (siehe Screenshot). Stimmen das Ausgangsdiagramm und das durch das Erfassen des Textes entstandene Diagramm überein, dann ist der Text korrekt erfaßt worden. Diese Diagramme wurden dann auch für die Rückdokumentation für den TÜV benutzt.


Letzte Änderung: 19.05.2019 17:53